Basisarbeit
Notwendige Arbeit die zu leisten ist, um überhaupt an den Zirkuslektionen und Zirkustricks mit den Pferden arbeiten zu können.
Bodenarbeit, Bodenarbeit und nochmals Bodenarbeit. Den daraus entwickelt sich hauptsächlich die Kommunikation mit dem Pferd. Dabei wird versucht jedes Verhalten des Pferdes zu nutzen, um eben in der Zirkuslektion zu einem Ergebnis zu kommen. Mit welcher Methode dies geschieht ist völlig belanglos. Hauptsache das Pferd hat während der Arbeit keine negativen Eindrücke (Angst/Panik/Schmerzen) gesammelt. Die optimale Arbeitsatmosphäre ist also diejenige, in der der Trainer und das Pferd stressfrei mit einander arbeiten können. In wie weit die Bodenarbeit für die Zirkuslektionen und Zirkustricks notwendig sind, wird sofort klar, wenn man sich vorstellt, so jetzt fange ich mit der Podestarbeit an. Ok, ich führe nun das Pferd an das Podest und will das es aufsteigt. Von allein werden die wenigsten Pferde auf die Idee kommen, einfach auf das Podest zu krabbeln. Also muss ich eine Hilfe geben und eben diese Hilfe muss ich mir erst mal über die Bodenarbeit erarbeitet haben. Sonst ist es nämlich nichts mit stressfreier Arbeitsatmosphäre.
Erreichen der stressfreien Arbeitssituation
Hier sollte sich der Trainer immer wieder überlegen, ob seine Emotionen wirklich ihren Ursprung in der gegenwärtigen Arbeitseinheit haben. Da Emotionen und gerade die negativen (Wut/Hass/Ärger/Schmerz) eine sinnvolle Kommunikation schlichtweg verhindern. Das bedeutet für den Anfänger, das er hier zunächst die meiste Arbeit leisten muss. Er muss sich dann immer wieder fragen, ob sein Ärger jetzt wirklich durch die Reaktion des Pferdes begründet werden kann oder ob der Ärger nicht vielleicht auch durch ein Denkschemata das in seiner eigenen Erziehung geprägt wurde, her rührt. Wer sich als Trainer diesen Fragen gestellt hat wird dann fast von selbst zu einer Gelassenheit gelangen, aufgrund der er in der Lage ist die heiklen Situationen in der Arbeit mit Pferden zu meistern. Gefühle wie Freude, Spass und Heiterkeit sind sehr förderlich, da sie am ehesten zu einer angst freien Arbeitssituation führen. Humor ist also eine sehr willkommene Eigenschaft. Selbst Pferden ist sie manchmal eigen.
Aufbau der Kommunikation
Wenn man die Kommunikation erst aufbauen muss, tut man dies natürlich nicht gerade anhand einer an sich schon schwierigen Lektion sondern man baut sie anhand der leichten Lektionen wie etwa anhalten, vorwärts gehen oder rückwärts richten auf. Nun hier an diesem Punkt muss man sich entscheiden, welche Mittel man zur Kommunikation einsetzen will oder manchmal darf man bestimmte Mittel nicht einsetzen (In manchem Reglement von Turnieren darf man zum Beispiel nicht mit seinem Pferd mit der Stimme kommunizieren oder Gerten sind nicht erlaubt). In Bezug auf Zirkuslektionen wird man zumindest im Training auf die Gerte nicht verzichten können und die Kommunikation über die Stimme ist bei einigen Lektionen überhaupt nicht anders zumachen. Die Kommunikation muss in ihrem Ausdruck immer Klar und deutlich sein, sonst wird der Kommunikationspartner nicht verstehen und wird nicht wie beabsichtigt reagieren.
Notwendige Lektionen der Bodenarbeit für den Einstieg in die Zirkuslektionen
Ich zähle sie einfach erst mal nur auf, also da wären anhalten, rückwärts richten, antreten, zu Seite treten, Hufe auf an tippen der Gerte heben und nun die schwerste Bodenarbeitslektion das Stehen bleiben. Die ersten vier sollten alle auch Schritt für Schrit abrufbar sein und in den Zirkuslektionen überhaupt kein Problem mehr darstellen. Sonst arbeitet man in der Zirkuslektion doch wieder an der Bodenarbeitslektion. Ist nicht sehr effektiv. Wir brauchen diese Lektionen um das Pferd präzise führen zu können. Zum Beispiel habe ich Wenzel das Steigen auf dem langen Podest beigebracht. Das konnte ich von ihm nur dann verlangen, nachdem ich sicher sein konnte, das er genau in der Mitte auf dem Podest steht, bevor er sich auf die Hinterhand erhebt und dann natürlich auch wieder irgend wann wieder runter kommt. Und beim runter kommen muss er mit den Vorderhufen wieder auf dem Podest aufhufen. Da ansonsten größte Verletzungsgefahr für ihn bestehen würde. Das bedeutet er muss vorher präzise in der Mitte platziert werden.
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